Blinde Eule:

Also weißt Du was, ich würde Dir jetzt am liebsten die Ohren lang ziehen!

Du latschst durch die Weltgeschichte, Monate, fast über Jahre und hältst es nicht für nötig, ein Lebenszeichen von Dir zu geben!

Man hat Dich für verschollen und tot erklärt, wo hast Du so lange gesteckt?

 

Frank:

Ich vermute, dass Dir die fetten Würmer nicht bekommen sind!

Du bist ganz schön frech geworden.

 

Blinde Eule:

Ich bin doch nicht frech, ich reg mich nur auf...

Und das mit voller Berechtigung!!!

Und wie kommst Du überhaupt auf Würmer...Wie...Wie...Wie, wie soll eine Eule davon satt werden?

 

Frank:

Naja, Du hast ordentlich zugelegt, bevor ich ging warst Du deutlich ranker.

 

Blinde Eule:

Willst Du mir etwa damit sagen, dass ich eine fette Eule bin?

Naja...Sagen wir mal so, meine Wenigkeit sei wohlgeformt, weil...Weil es mir gefällt...So!!!

 

Frank:

Wichtig ist, dass Du glücklich bist...Es steht Dir.

Was isst Du da? Das ist doch Mausespeck!

Aha, jetzt ist mir alles klar...

Also möchtest Du mit mir ein Interview führen, oder lieber weiter am Mausespeck knabbern?

Doch hab ich Dich schrecklich vermisst kleine blinde Eule...

 

Blinde Eule:

Das Letztere genau wollte ich hören, aber noch ist Dir nicht verziehen, ich war sehr traurig...

 

Den Mausespeck hab ich im Wald gefunden, ist echt lecker...

Schmeckt nach Erdbeere, vielleicht macht er süchtig...

Meine erste Frage an Dich wäre...

Also wie lange warst Du jetzt genau weg und jetzt warum so lange?

 

Frank:

1 Jahr, 4 Monate und 4 Tage.

Doch das war nicht geplant, es hat sich demnach auf meiner Reise durch Österreich so ergeben.

 

Blinde Eule:

"Ergeben" heißt für mich nichts Eindeutiges.

Ich komme darauf zurück...

Mein Überlegung wäre ein Zeit-Sprung, von Dienstag den 10.Mai 2022 auf Mittwoch den 6.September 2023, vorzunehmen.

Also jenen Tag, an dem zwar nicht deine Reise insgesamt beendet, doch eben deine eigentliche Hausaufgabe "Zentralalpenweg 02" auf dem letzten Gipfel der "Drei Schwestern" endete.

Bist Du damit einverstanden Weitwanderer?

 

Frank:

Ja, dies bin ich nicht nur Dir schuldig.

 

Blinde Eule:

Ist es Dir möglich, uns allen möglichst nahe zu beschreiben, welches Gefühl und Empfindung sich vollzieht in solch Augenblick wo man sich bewusst wird, dass dieser lange Weg nun sein Ende gefunden hat?

An was hast Du gedacht, wie der Blick auf das Erlebte und Vergangene?

 

Frank:

Gegenwärtig an rein gar nichts... Seit Tagen war ich auf dieses Ende vom Kopf her eingestellt und das war ja auch schließlich das große weite Ziel, diesen letzten Gipfel unbeschadet zu erreichen.

 

"Ob ich noch eingliederungsfähig sei" nach solch Zeit, fragte mich eine Wanderin in diesem einem...Es beschäftigt meinen Kopf noch immer, es wird nicht leicht die kommenden Monate in Deutschland.

 

Der tiefe Blick 1400 Meter abwärts auf Feldkirch.

Es übermannt dich Traurigkeit als auch Glückseligkeit zugleich.

In wenigen Stunden hast du dein Ziel wofür du ja gekommen bist, gegenwärtig erreicht und alles ist zu Ende.

 

Der Leitgedanke " Unserer Umwelt mit äußerster Geringfügigkeit zur Last fallen, ist eine Lebensaufgabe bis zum letzten Atemzug".

  

Will man ernsthaft diesen Planeten Terra X retten, oder werden doch lieber andere Ziele bevorzugt?

Es ist das Schwerlast-Thema was mich beschäftigt und belastet.

Diese Reise hat etwas sehr Intensives bewegt, ich lebe es!

 

Blinde Eule:

Ihr Menschen seid so sagte der kleine Prinz...

Es muss etwas Zählbares herausspringen...Tut es das nicht, verliert ihr die Ausdauer, das Herz.

 

Und dann ist man schon in Hainburg a.d. Donau?

Wie wandert man von Schmallenberg nach Österreich um den Zentralalpenweg zu gehen?

Hast Du einen ungefähren Plan im Kopf, bzw. Stationen, Orte, bekannte Wanderwege, Bundesländer...Wie macht man das ?

 

Frank:

Der Rothaarsteig war das Tor zum Einstieg.

Hessen, Bayrische Schanz, Fränkische Schweiz, Bayrischer Wald, Klafferstraß, Grenze, Hühnergeschrei, Waldviertel, Wagram, Wien, Lobau, Schloss Eckartsau, Hainburg.

 

Blinde Eule:

Sagtest Du Hühnergeschrei, was ist das?

Nach was hast Du dich orientiert?

 

Frank:

Rad-Wanderwege, z.B. den Fränkischen Marienweg, der Goldsteig über Arber und Großer Rachel von Bad Kötzing nach Hauzenberg.

Wirtschafts-Karrenwege, regionale Wanderkarten gratis, das war's auch schon.

Hühnergeschrei ist eine Ortschaft in Oberösterreich.

Eine Kirche, eine Feuerwache, ein geschlossener Gasthof und jede Menge Hühner. 

 

Blinde Eule:

Du warst im Sinne frei wie ein Vogel.

Wie fühlt man sich als Vogel hoch in den Lüften?

 

Frank:

Kein Handy, keine Zeitung, kein Fernsehen, kein Radio, keine Infos, kein Nachfragen!

Die absolute Befreiung, Entlastung für Kopf, Herz und Seele.

Keine Verbindlichkeiten, kein Stress, kein Druck "Ich muss morgen aber dort und da sein".

Du gewinnst eine völlig neue Art von Lebensenergie!

Entlassen, ausgewildert in und mit der Natur!

Das Empfinden, das Gespür, dieses Gedankengut führt Dich in unbekannte Lebensrichtungen.

Faktor "Zeitlosigkeit"!

Lebe diese aus, nimm Dir das wozu Du in 55 Lebensjahren nie gekommen bist.

Mach es jetzt und warte nicht, wer weiß was in 10 Jahren sein wird.

 

Blinde Eule:

Ok, wieder zurück in Hainburg an der Donau.

Hat man dir wenigstens einen standesgemäßen Empfang bereitet so nach dem Motto; da kommt endlich mal ein Deutscher daher, welcher den Z 02 latschen will, war es nicht so?

 

Frank:

Na, na, es war wirklich sehr seltsam kurios im Touristen-Info.

Der Zentralalpenweg ist mit 1250 Km der längste und einer der bekanntesten Alpenwege überhaupt.

Man war sichtlich überrascht, dass der Z02 eben dort seinen Ausgangspunkt hat.

 

Blinde Eule:

Und dann ging' s endlich los?

Wo hast du überhaupt gepennt die ganzen Wochen und hast Arbeit gefunden?

Da bin ich jetzt aber mal gespannt, auf Deine Antwort...

 

Frank:

Eine Karte ist sehr empfehlenswert.

Es gibt zu Anfang nur vagen Verdacht auf Wegweiser.

 

Die erste Nacht schlief ich in einem Traktoranhänger in Benfte an der Eisenstraße.

In einer leerstehenden Villa in Dillenburg, dem Bushäuschen, einer Scheune, Unterständen und Schutzhütten. In Königsbrunn im Wagram bei der Feuerwehr.

Es gab wirklich sehr hilfsbereite Menschen bei denen ich vor Unwettern Schutz fand.

In Franken (Ebermannstadt) half ich einen Tag bei der Schur auf einer Alpaka-Farm. Wolle sortieren nach A B und C.

In Klafferstraß vor der Grenze jobbte ich 4 Tage auf einem Bauernhof.

 

Jetzt in Neusiedl war es auch eher ein glücklicher Umstand, auf dem Pferdehof Czarda gelandet zu sein.

 

Blinde Eule:

Und was macht man so auf einem Pferdehof?

Hattest Du wenigstens eine gescheite Unterkunft?

 

Frank:

Ställe ausmisten, Pferde ausführen und mit Heu und Futter versorgen.

Noch nie hatte ich etwas Näheres mit Pferden zu tun.

Es waren lehrreiche 4 Tage mit absoluter Erfüllung auf dieser Reise.

 

Pferd ist nicht Pferd, Stall nicht Stall.

Einige sind zusammen, andere getrennt weil sie sich nicht verstehen, wie bei uns Menschen halt.

Pferde, generell Tiere übertragen heilende und positive Energie auf uns Menschen. Deine Intuition muss diese lesen und erkennen.

 

In der Scheune stand ein alter Wohnwagen in dem Spinnen hausten, es war für uns gemeinsam eine schöne Zeit...

Ich liebe diese Tierchen!

Kill nie eine Spinne, im nächsten Leben könntest du selbst eine sein, dann wärest Du dankbar wenn man dich verschonen tät.

 

Blinde Eule:

Und dann kommen endlich die Alpen, wie ging's dann weiter?

Das Wetter, wie war das Wetter...Wo wäscht man die Klamotten, woher eine warme Mahlzeit?

 

Du gehst auf den Kirschblütenweg. Über den Höhenzug (4-500 M) des Leithagebirges, sozusagen der Ausläufer der Alpen.

Als nächstes steht das Rosaliengebirge, die Bucklige Welt,

der Feistritzsattel an.

Spätestens im Wechsel spricht man dann von Alpen, den Fischbacher Alpen.

Der Wechsel ist der Übergang in die Steiermark. 

 

Seit zwei Wochen herrschte große Hitze.

Es war brütend heiß, heiß wie Feuerwasser der Wind am Neusiedlersee.

 

Touristen-Infopunkte, Gemeindeämter, öffentliches WC, im Großteil mit Warmwasser.

Demnach optimale Anlaufstellen für Menschen solcher Natur.

Leben aus der Blechbüchse!

Linsen, Bohnen, Brot, Laugenbrezel, Obst, Hafererzeugnisse.

Eine warme Mahlzeit wurde mir hin und wieder angeboten, doch meistens habe ich dieses Angebot ausgeschlagen.

Ich wollte niemanden unnötig zur Last fallen.

 

Ich denke wir sollten für heute ein Ende setzen. Eine Frage lass ich mir noch gefallen und dann gehen wir gemeinsam auf Sendeschluss, Ok?

 

Blinde Eule:

Ok, aber dann schweres Geschütz!

Und wir teilen den Mausespeck brüderlich! 

Deine nächste Schlafstätte nach dem Pferdehof, weit weg? im Wald unter Bäumen? In einer Höhle oder doch Hotel König?

Und was ist mit deinem Buch, bist Du jetzt damit fertig?

 

Frank:

Weißt Du, anfänglich mag es sich beklemmend anfühlen, draußen in der Natur zu übernachten.

Es kommt der Tag an dem dies ganz normal erscheint und dann stehst Du nach 10 Stunden glücklich vor dieser Franz Josefwarte auf exakt 433M.

Dein Nachtlager oben im Turm ist ein *****Hotel!!!

Diese Warte zählt zu den schönsten Übernachtungen auf meiner gesamten Reise überhaupt.

 

Mit dem Buch befinde ich mich in der Endphase.

In den vergangenen Monaten habe ich Korrekturen vorgenommen und Skripte welche ich anfangs noch auf Computer geschrieben hatte, mit Schreibmaschine auf Papier übertragen, so ist alles einheitlich.

Der nächste Schritt wird die Setzung aller Kapitel mit der abschließenden Nummerierung sein.